Wir hätten früher auf sie zugehen können nach der unverzichtbaren Kündigung der Sportstätten-Nutzungsverträge. Da haben die drei TuS in Leopoldshöhe Recht. Darum hatten sie jetzt selbst die Initiative ergriffen und uns Kommunalpolitiker zu einem „Sportpolitischen Fachgespräch“ eingeladen.
Das sehr detailliert und offen geführte Gespräch, in dem wir vor allem Fragen stellten und zuhörten, brachte allerdings wenig Überraschungen. Es bestätigte, dass auch die Leopoldshöher TuS mit dem Problem nachlassenden ehrenamtlichen Engagements zu kämpfen haben. Die Vereinsvorstände erwiesen sich als gute Vertreter ihrer Vereine und rechneten uns vor, dass sie auf keinen einzigen Cent verzichten könnten. Und auf die Frage, wo sie angesichts von 2,7 Millionen Euro Defizit in 2011 und knapp 34 Millionen Euro Schulden denn als Sportvereine einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung beitragen könnten, da verwiesen die TuS-Vertreter auf andere …
Vereinsarbeit wird für die Vereine nicht leichter
Dass (wie überall) die Kosten steigen und dass es die Vereine heute schwerer haben, genug engagierte Leute für ihre (nicht nur in der Jugendarbeit) unverzichtbaren Angebote und Leistungen zu finden, hat das Gespräch nochmal sehr deutlich gemacht.
Aber auch die Grenzen: Wenn die Vereine mangels engagierter Mitglieder nicht mehr in der Lage sind, die bisherige Arbeitsteilung (die Kommune übernimmt einen Teil der Sach- und Verbrauchskosten, der Verein übernimmt die Arbeitsstunden) aufrechtzuerhalten, dann ist grundsätzlich über Vereinsstrukturen, Vereinsarbeit, Vereinsbeiträge und Vereinsangebote nachzudenken. Denn die Gemeinde Leopoldshöhe kann nicht (wie von einem Verein gefordert) auch noch die ehrenamtliche Arbeitsleistung der Vereine mit 15 Euro pro Stunde honorieren und dafür ihre (eh schon großzügigen) Zuschüsse mehr als verdoppeln – mit dann absehbaren dramatischen Steigerungen in den Folgejahren.
Vereine müssen an Haushaltskonsolidierung beteiligt werden
Auch wenn die Vertreter der drei TuS auf Anhieb keine Chance sehen: Der Rat muss die Belastungen gerecht und gleich auf alle Schultern verteilen und kann die (bisher verschonten) Vereine nicht außen vor lassen, wenn er Seniorinnen und Senioren, Büchereibesuchern, Kindergärten, Schulen und Verwaltung deutlich spürbare Kosten bzw. Kürzungen auferlegt.
Insofern bleibt es – wenn seitens der Vereine nicht doch noch Vorschläge kommen – auch nach dem Gespräch an uns Politikern, eine faire Lösung vorzuschlagen und die Vereine damit zu überzeugen.
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