Die Entscheidung über die Zukunft der Kita Greste fällt uns als Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN alles andere als leicht. Wir wissen, wie beliebt diese Einrichtung ist. Viele Familien verbinden mit ihr schöne Erinnerungen und großes Vertrauen. Dieses Vertrauen gilt vor allem den Menschen, die dort mit großem Engagement und viel Herzblut arbeiten.
Auch innerhalb unserer Fraktion kennen viele die Kita Greste nicht nur aus politischen Diskussionen, sondern aus eigener Erfahrung als Eltern. Die Einrichtung war über viele Jahre eine Wunsch-Kita für zahlreiche Familien – nicht zuletzt wegen ihres besonderen Außengeländes, auf dem Kinder Natur erleben, matschen und unbeschwert spielen konnten.
Gerade weil uns diese Einrichtung am Herzen liegt, haben wir intensiv nach tragfähigen Alternativen gesucht und die vorliegenden Entscheidungsgrundlagen sorgfältig geprüft. Nicht alle Fragen zur zukünftigen Organisation der kommunalen Kindertagesbetreuung sind bereits abschließend beantwortet. Die Entscheidung über den Standort Greste stand bzw. steht jetzt auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bildung und Kultur, des Haupt- und Finanzausschusses und des Rats, daher müssen wir jetzt Position beziehen.Nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, den weiteren im Ratsinformationssystem der Gemeinde öffentlich zugänglichen Unterlagen, den Beratungen im Arbeitskreis Kita sowie einer sorgfältigen Abwägung der absehbaren Entwicklungen sind wir zu der Überzeugung gekommen, die Aufgabe des Standortes der Kita Greste zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027 mitzutragen.
Dabei geht es ausdrücklich nicht um die pädagogische Qualität der Kita Greste. Im Gegenteil: Unser Dank und unser Respekt gelten allen Mitarbeitenden, die dort seit Jahren hervorragende Arbeit leisten. Die Entscheidung richtet sich nicht gegen die Menschen, sondern gegen einen Standort, dessen mittel- und langfristigen Betrieb wir unter den veränderten Rahmenbedingungen und Kenntnissen nicht mehr für sinnvoll halten.“
Für uns steht folgende Frage im Mittelpunkt: Wie schaffen wir eine Kita-Landschaft, die fünf, zehn oder zwanzig Jahren allen Kindern und Familien in Leopoldshöhe eine verlässliche Betreuung bietet?
Unser Ziel ist eine Kita-Landschaft, in der jedes Kind die gleichen Chancen auf eine gute Betreuung hat – unabhängig davon, welche Kita es besucht oder wer ihr Träger ist. Gute frühkindliche Bildung hängt nicht vom Träger einer Einrichtung ab, sondern von engagierten Fachkräften, stabilen Teams und guten pädagogischen Konzepten. Die freien Träger in Leopoldshöhe leisten seit vielen Jahren ebenso wertvolle und qualitativ hochwertige Arbeit wie die kommunalen Einrichtungen.
Verlässlichkeit und Gerechtigkeit gehören für uns untrennbar zusammen. Familien müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder überall in unserer Gemeinde gut begleitet und gefördert werden. Unser Anspruch ist deshalb ein gleichwertig gutes Angebot für alle Kinder in Leopoldshöhe.
Die Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Auch sinkende Kinderzahlen verändern die Anforderungen an die Kita-Landschaft. Gleichzeitig werden die personellen Voraussetzungen, die die kommunalen Einrichtungen bislang ausgezeichnet haben, künftig nicht mehr in gleichem Maße bestehen. Deshalb sehen wir heute keine Grundlage mehr für die Annahme, dass allein die kommunale Trägerschaft dauerhaft die verlässlichere Betreuung gewährleisten kann.
Für uns ist entscheidend, dass bei der Aufgabe des Standortes Greste weder die Kinder noch die Mitarbeitenden im Regen stehen gelassen werden. Wir werden die Verwaltung an ihrer Zusage messen, dass kein Kind seinen Betreuungsplatz verliert und dass Übergänge gemeinsam mit den Familien verantwortungsvoll gestaltet werden. Wo immer es organisatorisch möglich ist, sollen Kinder gemeinsam mit vertrauten Bezugspersonen in die aufnehmenden Einrichtungen wechseln. Gerade diese Kontinuität gibt Kindern Sicherheit.
Für die unbefristet Beschäftigten erwarten wir verlässliche Perspektiven innerhalb der bestehenden Strukturen. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass auch befristet beschäftigte Fachkräfte angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels im Kita-Bereich gute Chancen auf eine Anschlussbeschäftigung haben. Unser Ziel ist, dass möglichst niemand, der sich mit großem Engagement für die Kinder eingesetzt hat, durch diese Veränderung beruflich ins Abseits gerät.
Uns ist bewusst, dass unser Votum die betroffenen Familien und die Mitarbeitenden enttäuschen wird. Dennoch glauben wir, dass Politik Verantwortung übernehmen muss – auch dann, wenn Entscheidungen unpopulär sind. Unser Anspruch ist es nicht, kurzfristig Beifall zu erhalten. Unser Anspruch ist es, heute die Weichen so zu stellen, dass Familien und Kinder auch morgen auf eine verlässliche Betreuung vertrauen können.
Verantwortung bedeutet für uns, an den Menschen festzuhalten – nicht an Gebäuden. Deshalb richtet sich unser Blick nach vorne. Wir wollen für Leopoldshöhe eine Kita-Landschaft, die Familien Sicherheit gibt, allen Kindern faire Chancen eröffnet und dauerhaft verlässlich funktioniert. Gute Bildung beginnt mit guten Rahmenbedingungen – für jedes Kind, unabhängig von Standort oder Trägerschaft seiner Kita.
Dafür werden wir uns auch weiterhin mit Nachdruck einsetzen.