B66 neu – Endspurt? Kosten ohne Ende!

Am 11. Februar berichtete die Lokalzeitung LZ wieder einmal über den Neubau der B66. Überschrift: Endspurt an der B66 n. Endspurt? Naja, ein recht langer und offensichtlich auch noch ungewisser letzter Sprint: Nach aktuellen Planungen soll das Projekt nun „Anfang 2027“ abgeschlossen sein … Schauen wir mal …

Bitter stoßen aber vor allem die Kosten auf. Im LZ-Artikel heißt es, die ursprünglich kalkulierten Kosten von 36,9 Millionen seien laut Projektreport bereits im Oktober vergangenen Jahres auf 49,4 Millionen Euro gestiegen. Das wäre in der Tat schon eine bedenkliche Steigerung. Stimmt so aber nicht. Bei der zweiten Planfeststellung für die B66 neu im April 2013 – sie war die Basis für die endgültige Entscheidung zum Bau – war noch von Baukosten in Höhe von 17,1 Millionen die Rede. Die Kosten liegen also nunmehr fast beim Dreifachen dessen, was dem Beschluss zum Neubau zugrunde lag. Und das Ende ist ja noch nicht erreicht, denn wie hoch die zusätzlichen Kosten durch den Ausfall des ersten Auftragnehmers sind, lässt sich derzeit noch nicht beziffern, so die Aussage der für den Bau verantwortlichen Institution Straßen.NRW.

Bitter sind diese Kosten, weil sie den volkswirtschaftlichen Unsinn des Projektes belegen. Denn wie bei jedem Neubau einer Bundesstraße stand auch vor dem Neubau der B66 eine Wirtschaftlichkeitsberechnung: die Kosten des Neu-/Ausbaus werden dem Nutzen (fließenderer Verkehr, d.h. schnellere Transporte von A nach B) gegenübergestellt. Für uns ist klar: Der Neubau wäre niemals erfolgt, hätte man diesen Kostenrahmen zugrunde gelegt.

Dann wäre auch der Gemeinde Leopoldshöhe Einiges an Kosten erspart geblieben. Denn die oben genannten 49,4 Millionen Euro betreffen nur die Mittel, die vom Bund für die Straße ausgegeben werden. Leopoldshöhe hat zusätzlich (mit) zu zahlen: Für die Verlegung der Wasserleitungen aufgrund des Neubaus, für den Umbau der Beleuchtung am Radweg, für die Sanierung der Straßen im Gewerbegebiet, die durch den Umleitungsverkehr während der jahrelangen Bauphase kaputtgefahren worden sind. Das sind noch einmal hunderttausende von Euros. Im aktuellen Haushaltsentwurf sind allein für die Deckenerneuerung der Hansastraße für das Jahr 2027 180.000 und für das Jahr 2028 noch einmal 90.000 Euro vorgesehen. Und für den Westring Süd 100.000 Euro in 2029 veranschlagt.

Welch ein unsinniges Bauprojekt. Was hätte man mit diesen Geldern alles finanzieren können?!